22. September 2015 Julia

Warum Abmalen gut ist!

Obwohl Abmalen überall geächtet wird, ist es doch eine der besten Möglichkeiten, um etwas zu lernen.

Heute verrate ich dir ein Geheimnis: Abmalen ist in der Tat gut! Sogar, wenn du nicht von Fotos abzeichnest, sondern von anderen Bildern. Warum das so ist und wie es dir hilft, erfährst du in den folgenden Zeilen!

Da draussen gibt es so viele tolle Künstler mit ihren ganz eigenen Stilen. Einige Stile gefallen uns so gut, dass wir sie gerne auch beherrschen würden, aber das ist leichter gesagt, als getan.

Genau dieser Stil, nur anders!

Einen fremden Stil auf ein neues Motiv anwenden ist schwerer, als man zunächst meint! Es gehört viel Abstraktion dazu, die richtige Linienführung zu finden und Flächen und Schraffuren genau dort zu platzieren, wo sie das Vorbild auch platziert hätte.
Aber einen Lichtblick gibt es, wenn man an den eigenen Motiven einfach verzweifelt. Man kann es lernen!

Obwohl es unter Künstlern verschrien ist und man es doch nicht machen soll: Abmalen ist gut! Abmalen hilft zu verstehen, wie der andere Künstler denkt. Durch Abmalen lernt man Proportionen und Stil kennen. Wer oft abmalt, dem fällt es mit der Zeit immer leichter. Wenn man erst einmal den Stil verstanden hat, dann ist man auch in der Lage, ihn aus dem Kopf abzuwandeln.

Keine Angst vor dem Abmalen

An Abmalen ist nichts Verwerfliches! Abmalen ist wie Sprachen lernen. Du liest nicht ein Buch über Spanisch und kannst dann Spanisch sprechen. Du wiederholst, sprichst nach und paukst, wie Spanier ihre Sätze bilden. Du versuchst zu verstehen, warum ein Satz genau so ist und nicht anders.
Nichts anderes ist es mit dem Abmalen. Deine Hand lernt eine neue Sprache!

Das einzige, was du nicht darfst, ist diese abgemalten Werke zu veröffentlichen oder gar zu verkaufen. Du kannst schließlich auch nicht Romeo und Julia abschreiben und behaupten, es wäre von dir, obwohl du dir die Mühe gemacht hast, es Seite für Seite abzuschreiben.

Als Übung ist sowohl Abmalen wie auch Abschreiben eine sehr gute Sache. Nie setzt du dich intensiver mit der Vorlage auseinander und nie verstehst du mehr von ihrer Beschaffenheit. Fülle also dein Skizzenbuch mit den Bildern, die dich inspirieren. Vermutlich wirst du schon beim Abmalen genug persönliche Aspekte einbringen. Und merke dir dabei, einen Stil einfach nur zu kopieren, macht ihn nicht besser. Kopiere nur, was du liebst und was ein behaglich warmes Gefühl in dir hervorruft. Nur dann kannst du dich damit identifizieren und es wird dir leicht fallen, den anderen Stil schon nach kurzer Zeit als Inspiration anzusehen. So kannst du ihn für dich weiterentwickeln und einen individuellen Stil daraus machen.

Erst, wenn man etwas richtig gut kann, fühlt man sich frei und sicher genug, Abwandlungen zu bewerkstelligen, die einen eigenen Stil ausmachen.

Welche Stile und Künstler inspirieren und begeistern dich? Zeig sie uns in den Kommentaren!

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Comments (2)

  1. Huhu Julia,

    oh klasse du schreibst ja noch einen Blog. :)

    Ich habe vor kurzem mit bekommen, dass viele Künstler ein Problem damit haben, wenn andere „ihr“ Motiv abzeichnen oder „ihren“ Stil nachahmen, besonders wenn es dann als das Eigene ausgegeben wird.

    Darum hatte ich zu dem Anlass auch mal einen Artikel geschrieben, warum Ideenklau an sich nichts Schlimmes ist (und spreche da die Künstler an, die kopiert werden/wurden).

    Schön, dass du mit deinem Artikel zusätzlich denen Mut machst, die andere Bilder abzeichnen. Denn seien wir mal ehrlich: die meisten von uns Zeichnern haben auch mit dem Abzeichnen anderer Bilder und dem Streben nach Vorbildern angefangen. :)

    LG
    Steffi

    • Hey Steffi,
      ja, ab und zu und ganz selten schreibe ich hier auch mal was. Vielleicht wird es in nächster Zeit etwas mehr werden ^^

      Die Scheu vor dem Abmalen ist meiner Meinung nach völlig falsch. Sie verlangsamt den Lernprozess ungemein. Und nur weil man für die eigene Übung etwas abmalt, heißt es nicht, dass man das irgendjemandem zeigt. Man macht es nur für sich und wächst daran. Ohne die Inspirationen durch andere, hätten sich meine Zeichnungen vermutlich seit meinem 3. Lebensjahr nicht mehr verändert 😉 Das wäre ja schade!

      LG
      Julia

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